ÖLV berichtet über die Mid Summer Track Night 2020

Kein Glück hatten die Veranstalter der DSG Wien und die Athleten bei der heutigen Mid Summer Track Night im Wiener Leichtathletik-Zentrum (LAZ). Bei der dritten von fünf Stationen der Austrian Top Meeting Serie herrschten kalte und regnerische Bedingungen, was für die meisten Bewerbe nicht förderlich war, nur die Langstreckenläufer freuten sich darüber.

Ivona Dadic mit gutem Saisondebüt im Weitsprung

Nach den erfolgreichen Auftritten bei den bisherigen Meetings stand heute erstmals in dieser Freiluftsaison ein Weitsprung auf dem Wettkampfprogramm von Ivona Dadic (Union St.Pölten). Im Anlauf gab es zwar noch einigen Unsicherheiten, was auch in einigen übertretenen Versuchen resultierte, es kamen aber auch zwei Sprünge über die 6 Meter Marke in die Wertung. Der weiteste ging auf 6,11m, womit die Niederösterreicherin den Bewerb auch vor Mehrkampfkollegin Sarah Lagger (5,67m) und Favoritin Yarianny Argüelles (POR) gewann, die nur auf 5,59m kam.

Zusätzlich bestritt die Hallen-Vizeweltmeisterin auch den Vorlauf über die 100m Hürden, in dem sie sich trotz widriger Bedingungen auf eine neue Saisonbestleistung von 13,81sec steigern konnte.

„Das mit dem Anlauf, vor allem auf den ersten zehn Schritten, hat heute nicht ganz hingehaut, aber das ist bei mir eigentlich normal, ich brauche immer ein bis zwei Wettkämpfe bis das richtig klappt. Trotzdem weiß ich, dass ich mehr draufhabe und das ärgert mich dann doch ein wenig. Aber bei dem Wetter war das ganz ok, und teilweise hat es sich schon ganz gut angefühlt. Die Hürden werden von mal zu mal besser, ich komme immer weiter. Heute waren schon sieben Hürden sehr gut, erst dann konnte ich den Rhythmus nicht ganz halten, war zu nah bei den Hürden und habe aufmachen müssen. Aber noch ein paar Trainings, dann komme ich auch bis zum Ende gut durch.“

Flotte 5.000m der Männer mit vielen Bestleistungen

Die 5.000m der Männer entwickelten sich lange wie geplant, der erste Kilometer wurde in 2:42min absolviert, nach 3 Kilometern lautete die Durchgangszeit 8:12min. Genau zu diesem Zeitpunkt schied der letzte Tempomacher aus und Österreichs bester Langstreckenläufer Andreas Vojta (team2012.at) übernahm selber die Tempoarbeit. Nun konnte nur mehr der deutsche 3.000m-Hallenmeister Max Thorwirth dem Niederösterreicher folgen. 800m vor dem Ziel beschleunigte der Deutsche nochmals und konnte sich ein paar Meter absetzen, nach 13:34,82min (PB) überquerte er auch als Sieger die Ziellinie. Aber gleich dahinter kam Andreas Vojta ins Ziel, mit 13:36,95min verbesserte er seine bisherige Bestleistung um mehr als eine Sekunde.

„Wir sind es zügig angelaufen, aber nicht zu flott, damit wir noch Reserven haben, es hat also perfekt gepasst. Der vierte Kilometer vorne im Wind war natürlich schwierig, dafür konnte ich mich am Ende an den Max anhängen, das hat natürlich sehr geholfen. Daheim am LAZ vor meinen Freunden und bei der ausgezeichneten Stimmung eine Bestleistung zu laufen ist natürlich etwas ganz Besonderes. Perfekt wäre es gewesen, wenn ich unter 13:30 gelaufen wäre, aber so würde ich mein Rennen als sehr gut bewerten.“

Ebenfalls starke neue Bestleistungen konnten EM-Teilnehmer Luca Sinn (Union St.Pölten) mit 13:58,62min und Marathonläufer Timon Theuer (DSG Wien) mit 14:13,32min erzielen.

(C) ÖLV / A.Nevsimal

Wetterbedingt keine Top-Zeiten über die Hürden

Nach den tollen Zeiten vor wenigen Tagen in Eisenstadt, als Beate Schrott (Union St. Pölten) 13,13sec lief, waren solche Ergebnisse heute nicht drinnen. Bei nur 15 Grad und zeitweise starkem Regen kam die Olympiafinalistin im Finale auf 13,48sec und Rang 2, im Vorlauf hatte sie eine Zeit von 13,47sec erzielt. Der Sieg ging an Favoritin Stanislava Skvarkova (SVK), die nach 13,42sec ins Ziel kam.

„Vor allem der Regen hat mich heute sehr gestört, es waren einfach nicht gute Bedingungen für uns. Aber das ist bei einem Freiluftsport nun einmal so, in Eisenstadt hatten wir perfekte Bedingungen, daher bin ich mit den Zeiten auch zufrieden. Mit dem Finale bin ich eigentlich zufriedener, der Lauf hat sich aktiver angefühlt als der Vorlauf, da war ich doch etwas zu passiv.“

Karin Strametz (SU Kärcher Leibnitz) belegte Rang 3, auch sie hatte mit den äußeren Umständen zu kämpfen. Nach 13,61sec im Vorlauf ließ sie im Finale 13,66sec folgen.

„Die Läufe haben sich eigentlich nicht schlecht angefühlt, aber das Wetter war heute sicher nicht optimal für uns, alle haben ein paar Zehntel liegengelassen. Am Beginn und am Ende waren meine Läufe auch gut, aber in der Mitte habe ich es je etwas laufen lassen, da kann ich mich noch steigern.“

(C) ÖLV / A.Nevsimal

Starke Frauen-Sprints

Sehr stark präsentierte sich Ina Huemer (SU IGLA long life) über die 200m Distanz. Die Oberösterreicherin verbesserte bei ihrem Sieg ihre Bestleistung von 24,35sec auf nunmehr 24,12sec.

„Ich habe mich heute ganz auf die 200m konzentriert, um wirklich frisch zu sein. Die Innenbahn war perfekt für mich, da ich meine Konkurrentinnen vor mir hatte und das Rennen kontrollieren konnte. Es ist mir dann auch wie gewünscht aufgegangen, ich freue mich sehr über die gute Zeit.“

Auch Alexandra Toth (ATG) hatte Grund zur Freude, nach ihrem Sieg über die 100m (11,73sec) kam die Grazerin auch über die 200m bei ihrem Saisondebüt über diese Distanz auf starke 24,26sec und Rang 2.

„Zehn Grad mehr hätte ich mindestens gebraucht, bei dieser Kälte machen meine Muskeln einfach zu, das kostet mir sicher zwei Zehntel. Die Läufe waren sehr ok heute, ich konnte auch beim 200er lange mithalten, länger als ich gedacht hatte beim ersten Lauf der Saison.“

(C) GM

Über 400m war die dreifache WM-Teilnehmerin Anita Horvat (SLO) ungefährdet in 53,80sec vor einer starken Julia Schwarzinger (TGW Zehnkampf Union), die lange mithalten konnte und am Ende auf 55,53sec kam.

Heimische Favoritensiege gab es über 400m Hürden, die eine Beute von Markus Kornfeld (DSG Wien / 53,10sec) wurden und die Hammerwürfe, die sich wie erwartet die SVS LA -Athleten Bettina Weber (55,37m) bzw. Marco Cozzoli (57,89m) holen konnten.

Tolle 65,75m brachte Speerwerfer Adam Wiener (ATS Pinkafeld) in die Wertung, vor allem in Anbetracht seiner erst vor wenigen Tagen erlittenen Verletzung, als er sich im Training den linken Ellbogen ausgerenkt hatte. Auch im Frauenbewerb konnte sich die Nummer eins der Setzliste durchsetzen, Angela Diosi-Moravcsik (HUN) war mit 57,62m nicht zu schlagen. Dahinter konnte sich Patricia Madl (SU IGLA long life) mit 44,15m auf Rang 2 platzieren.

Über 400m nützte Junior Florian Herbst (LAC Klagenfurt) die Gelegenheit, vor sich einen schnellen Läufer zu haben und kam auf 49,39sec, der Sieg ging an Simon Bunja (SVK / 47,69sec). Der Hochsprung der Männer wurde wie schon in Eisenstadt ein Opfer der Wetterbedingungen, Ben Henkes (ULC Riverside Mödling) sprang mit 1,98m am höchsten.

Die 100m der Männer konnte Chukwuma Nnamdi (ULC Riverside Mödling) in 10,84sec für sich entscheiden. Und im 3.000m Lauf der Frauen war bis zum Zielsprint eine Dreiergruppe beisammen, erst auf den letzten Metern konnte sich Lokalmatadorin Julia Mayer (DSG Wien) in 9:42,56min durchsetzen, nur 12/100sec dahinter kam Duathlon-Weltmeisterin Sandrina Illes (Union St.Pölten) ins Ziel. Auf Rang 3 mit starker neuer PB von 9:45,09sec platzierte sich Triathletin Julia Hauser (SVS LA).

Text by ÖLV – Fotos by Alfred Nevsimal

Ergebnisse

Ein 30-minütiger TV-Bericht wird am Mittwoch, 15.7. um 20.15 auf ORF Sport + zu sehen sein.