U23 Europameisterschaften 2023

Unsere vier DSGler:innen schlugen sich bei teils sehr unterschiedlichen Witterungsbedingungen im finnischen Espoo ausgezeichnet – Sebastians 5. Rang ist zudem das beste Ergebnis eines DSG Wien Athleten bei internationalen Titelkämpfen in diesem Jahrhundert

Freitag mit Hannah und Sebastian

Am dritten Tag der Titelkämpfe gab es zunächst für Sebastian FREY direkt aus der Höhe von St. Moritz kommend ein ernüchterndes ersten EM-Rennen. Anders als bei den 5.000m Rennen der Damen ging gleich vom Start weg die Post ab, Charles Hicks (GBR) schlug ein enormes Tempo an, der erste Kilometer wurde in 2:39min absolviert, Sebi ging gleich auf Platz 4 liegend mit. Nach weiteren 600m musste unser 21-jähriges Aushängeschilde aber abreißen lassen und fiel im Laufe der nächsten Runden weit zurück. Am Ende kamen 14:22,23min und in der Endabrechnung der 15. Platz in die Wertung.

Sebi gegenüber dem ÖLV nach dem Rennen: „Der Plan war vorne mitzulaufen, das hat leider nicht geklappt. Viel zu früh wurde es viel zu zäh und ich musste nachlassen. Aber ich finde, man sollte nie ein Rennen aufgeben, daher habe ich es auch fertig gemacht. Manchmal gibt es schlechte Rennen, heute war so eines für mich. Klar bin ich ein bissl enttäuscht, aber der 10er in zwei Tagen startet wieder ganz neu.“

Sebastian im Kampf mit der Hitze und schweren Beinen (Credit: ÖLV / Coen Schilderman)

Unmittelbar nach Sebi gab Hannah KRAWANJA ihr Debüt im Nationalteam. Erst vor zwei Wochen am sprichwörtlich „letzten Drücker“ für due U23-EM qualifiziert, blieb Hannah leider schon an der ersten Hürde leicht, an der fünften dann stärker hängen und konnte so nie die maximale Geschwindigkeit aufnehmen. Mit 14,14sec (-0,4m/sec) lief sie trotzdem die drittschnellste Zeit ihrer Karriere, was für ein Rennen mit Seiten- und Gegenwind beachtlich ist. Für die 20-Jährige ergab das in der Endabrechnung Platz 31, drei Ränge besser als sie in der Meldeliste gelegen hatte.

Hannah zu ihrem Nationalteam-Debüt: „Der Wind hat es sicher nicht leicht gemacht, ich bin auch noch zwei Mal mit dem Nachzugsbein hängen geblieben. Dafür bin ich mit der Zeit sehr zufrieden, ich bin noch nicht oft schneller gelaufen. Es war eine coole Erfahrung, die mir in der Zukunft sicher hilft.

Hannah bei ihrem Nationalteam-Debüt (Credit: ÖLV / Coen Schilderman)

Dominique Hall mit viel Kampfgeist im Zehnkampf

Unser in den USA lebende Mehrkämpfer Dominique HALL mit Wurzeln im Süd-Burgenland eröffnete seinen Wettkampf über 100m mit 11,27sec (+1,2m/sec), womit er etwas unter seinen Möglichkeiten blieb. Auch im Weitsprung konnte Dominique die guten Bedingungen nicht nützen und blieb mit 6,60m (+1,5m/sec) doch deutlich hinter seiner Saisonbestleistung von 7,07m. Als letzte Disziplin am Vormittag stand der Kugelstoß auf dem Programm und auch hier setzte sich für den 20-Jährigen die Tendenz fort, dass er nicht an seine heuer bereits gezeigten Leistungen anschließen konnte, 11,34m kamen in die Wertung. Mit insgesamt 2.087 Punkten lag Dominique nach 3 von 10 Disziplinen nur auf dem 22. und letzten Platz.

Dominique nach den ersten drei Disziplinen: „Alle drei Bewerbe sind nicht gut gelaufen, das ist nicht das was ich eigentlich kann. Vielleicht war die Saison wirklich schon zu lange für mich, es ist doch schon mein vierter Zehnkampf heuer. Es ist hart für mich das so zu erleben, aber ich werde mich durchkämpfen.“

Dominique beim Zehnkampf (Credit: ÖLV / Coen Schilderman)

Am Nachmittag ging es dann nach kurzer Verschnaufpause mit dem Hochsprung weiter. Nach ein wenig zittern bei der Einstiegshöhe folgten 1,79m und 1,82m jeweils im zweiten Versuch – und dann war leider schon Endstation. Über die 400m schaffte Dominique dann mit 49,99sec eine sub50sec Zeit und den Vorstoß auf Platz 17, womit er mit 3.546 Punkten übernachtete.

Dominique: „Ich war vor dem Hochsprung schon sehr niedergeschlagen, aber mein Coach hat mich wieder motiviert, mit Hochsprung und 400 bin ich halbwegs zufrieden. Es ist das erste Mal, das ich für Österreich international starte, darauf bin ich sehr stolz. Ich werde sicher weiterkämpfen, mit jeder Disziplin gewinne ich auch Erfahrung, ich bin ja gerade einmal 20 Jahre alt.“

Am zweiten Tag musste Dominique bei den 110m Hürden mit einem Wind von 2,6 m/sec kämpfen und so kamen 15,53sec in die Wertung. Es folgte der Diskuswurf, wo es unser in den USA lebende Student-Athlete 38,23m schaffte. Mit insgesamt 4.962 Punkten lag Dominique bei seinem internationalen Debüt nach sieben von zehn Disziplinen aktuell auf dem 16. Platz.

Im Stabhochsprung, der wie immer in der Mittagspause zwischen der Vormittags- und Abendsession durchgeführt wurde, konnte Dominique 4,40m überspringen. Es folgten 39,86m im dritten Versuch des Speerwurfes, bevor der abschließende 1.500m-Lauf als letztes Event der gesamten U23-Europameisterschaften auf dem Programm stand. Unser US-Student kam nach 4:52,26min ins Ziel und konnte so insgesamt 6.738 Punkte sammeln, was in der Endabrechnung Rang 14 für den 20-Jährigen bedeutete.

Dominique am Ende der zwei langen, anstrengenden Wettkampftage: „Bei den Hürden hatte ich mit dem Gegenwind ziemlich zu kämpfen, mit dem Diskuswurf bin ich als einziger Disziplin ganz zufrieden. Stabhoch und Speerwurf sind mir nicht besonders gelungen. Aber wie gesagt ist es mein erster internationaler Wettkampf, ich lerne mit jeder Disziplin dazu und gewinne Erfahrung für die Zukunft.“

Sonntag wird historisch

Nach dem nicht ganz nach Wunsch verlaufenen 5.000er wollte Sebi es am Sonntag im 10.000m-Finale besser machen. Als Nummer drei der Entry-List über längere Distanz zur U23-EM gekommen, war die Ausgangslage laut Papierform gute Chancen auf eine Top-Platzierung. Das Rennen begann mit einem Solo-Vorstoß des Polen Mateusz Gos, der schnell einen Vorsprung von 50 bis 80 Meter herausgearbeitet hatte. Sebi ordnete sich erst am Ende, später in der Mitte des großen Feldes ein. Bei Halbzeit des Laufes war die Situation unverändert, der Staatsmeister  ging bei 14:58,00min durch. Nach etwa 6km begann sich das Hauptfeld in die Länge zu ziehen, das Tempo wurde erhöht, der Abstand zum Führenden wurde geringer, Sebi lag auf Position 5. Nach 7.500m wurde es dem britischen Mitfavoriten Rory Leonard zu bunt, er schaltete einen Gang hoch und stürmte an die Spitze. Erst konnte Sebi noch dran bleiben, dann aber nicht mit der neuen, sehr kleinen Spitzengruppe mitgehen. Gemeinsam mit einem Türken absolvierte der 21-Jährige die nächsten Runden abwechselnd auf Rang 5 und 6 liegend. Mit einem sehr starken Endspurt setzte sich Sebi dann noch ab und finishte in 29:29,02min auf dem hervorragenden 5. Platz, was wiederum die beste EM-Platzierung eines DSG Athleten in der Vereinsgeschichte bedeutete!

Sebi nach dem Lauf: „Ich bin schon ganz zufrieden, ich konnte mich jetzt bei jeder Nachwuchs-EM platzierungsmäßig ein Stück nach vorne arbeiten, jetzt bin ich erstmals in Reichweite des Podestes. Das Rennen verlief wie erwartet, es gibt immer Einen der es von Vorne versucht, das geht aber nie gut. Der Brite hatte mir zuvor gesagt, dass er knapp 2km vor dem Ziel attackieren würde, leider konnte ich nicht mitgehen. Ob der 5000er Kraft gekostet hat oder nicht kann man nicht sagen, ich wollte einfach beide Chancen wahrnehmen, weil ich es auch von Training her gewöhnt bin jeden zweiten Tag eine starke Belastung zu haben. Es gibt mir jetzt auch viel Selbstvertrauen für die Balkanmeisterschaften und die Universiade.“

Sebi am Weg zum 5. Rang über die 25 Stadionrunden (Credit: ÖLV / Coen Schilderman)

Unser zwar für Deutschland startender, aber auch schon bei österreichischen Meisterschaften siegreicher „Bayern-Import“ Hannah BRUCKMAYER gab ebenfalls mehr als nur eine Talentprobe ab und eroberte über die 25 Runden mit dem 9. Rang beim internationalen Debüt gleich ein Top-Ten Resultat, was wiederum die historisch besten internationalen Titelkämpfe in der Vereinsgeschichte bedeutete!

Herzlichen Glückwunsch allen Athlet:innen und ihren (Heim-)Trainer:innen! Die ganze DSG-Familie ist wahnsinnig stolz auf euch!




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